Foto: Steven Spielberg (über dts Nachrichtenagentur)

Los Angeles (dts Nachrichtenagentur) – Hollywood-Regisseur Steven Spielberg warnt vor einem Suchtpotenzial, das von Virtual-Reality-Brillen ausgehen könnte. „Virtual Reality ist eine Superdroge. Zumindest wird sie das eines Tages werden“, sagte der dreifache Oscar-Preisträger der „Welt am Sonntag“.

„Sie wird unsere Gedanken umsteuern. So entsteht ein Drang, der Realität zu entfliehen. Die Mühen des Alltags werden dann zur Belastung. So nach dem Motto: `Oh, mein Gott, ich muss die Virtuelle Realität verlassen, um auf die Toilette zu gehen oder etwas aus dem Kühlschrank zu holen.` Wenn wir die Realität dann als Enttäuschung wahrnehmen, wird die virtuelle Welt zu einer Gefahr.“ In Spielbergs neuem Science-Fiction-Film „Ready Player One“ (ab 5. April in den Kinos) flüchten sich Millionen Menschen im Jahr 2045 mit Hilfe von Virtual-Reality (VR)-Brillen in die Oasis, eine digitale Parallelwelt. Spielberg und seine Schauspieler hatten bei den Dreharbeiten selbst mit VR-Brillen gearbeitet.

 

„Wenn wir die Brillen abnahmen und aus dem virtuellen Raum zurück in die echte Welt kamen, empfanden wir immer eine Enttäuschung, ein Gefühl von Traurigkeit“, schilderte der 71-Jährige, „am liebsten wären wir alle in der nicht-realen Welt geblieben.“ Das sei wirklich seltsam gewesen, sagte der Regisseur weiter, „so etwas habe ich noch nie erlebt“. Gleichwohl habe er selbst sich dieser Sogwirkung entziehen können.

„Ich bin nicht süchtig nach der Oasis geworden, denn ich habe ja an meinem Film gearbeitet“, sagte er. Obwohl er Virtuelle Realität fesselnd und überwältigend finde, hält er in seinem Alltag Distanz zu vielen Ausprägungen der digitalen Welt. „Ich habe keinen Facebook-Account, bin nicht auf Twitter. Im Grunde verschicke ich nur Textnachrichten, das war`s“, sagte der Regisseur. Statt IT-Vordenker pauschal zu kritisieren, empfiehlt Spielberg den Nutzern, ihr eigenes Konsumverhalten zu überdenken. „Jeder von uns kann entscheiden: `Ich lasse meinen Laptop jetzt drei Tage geschlossen, ich bin drei Tage nicht auf Twitter.`“ Dann komme gleich die bange Frage: „Werde ich nach drei Tagen noch am Leben sein? Natürlich werden Sie das überleben. Es liegt nur an uns selbst, Willensstärke zu zeigen.“