Novartis kündigt bahnbrechende Gentherapien an

Basel (dts Nachrichtenagentur) – Der Schweizer Pharmakonzern Novartis rechnet mit schnellen Erfolgen auf dem Gebiet neuartiger Arznei. „Wir halten es für möglich, zwei bahnbrechende neue Gentherapien innerhalb von 12 Monaten an den Markt zu bringen“, sagte Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe). Eine Tablette, dreimal am Tag, das werde für viele Krankheiten künftig nicht mehr der Standard sein.

Bei den neuen CAR-T-Behandlungen werden dem Kranken aufwendig Zellen entnommen, die Gene manipuliert und dann wieder in den Körper zurückgegeben, damit sie den Krebs bekämpfen können. Gerade erst habe man in Europa eine revolutionäre Methode zur Behandlung von Krebspatienten zugelassen bekommen, die modifizierten T-Zellen, so Reinhardt. Bei dem Präparat „Kymriah“ geht es um die Behandlung schwerstkranker Leukämie-Patienten, von denen nach Studien 80 Prozent eine Chance nicht nur auf Linderung, sondern auf Heilung bekommen könnten.

Die Therapie kostet rund 320.000 Euro. Novartis hatte zuletzt vor allem mit den Ankündigungen zum Abbau von 2.000 Stellen vor allem auf dem Schweizer Heimatmarkt sowie der Abspaltung des Geschäfts mit Instrumenten für Augenchirurgie für Aufsehen gesorgt. „Wir werden uns nach der Abspaltung auf das Medikamentengeschäft konzentrieren. Da fühlen wir uns wohl, das können wir am besten“, so Reinhardt weiter. „Das Portfolio passt dann dazu, deshalb stehen auch keine größeren Anpassungen mehr an.“ Davon sollten auch die Aktionäre profitieren, die operative Marge soll von 32 auf 35 Prozent steigen.

„In der Pharmabranche liegen wir mit unserer Profitabilität im unteren Drittel, wir haben also einen Aufholbedarf“, so der Verwaltungschef. Eine Garantie gibt es für die 9.300 Beschäftigten an den 14 deutschen Standorten jedoch nicht. „Ganz sicher kann man nie sein, denn die Anpassungen gehen über einen längeren Zeitraum, und wir überprüfen ständig unsere Abläufe“, sagte die Novartis-Managerin Sidonie Golombowski-Daffner der Zeitung. „Wir sind in einem laufenden Prozess“, so Golombowski-Daffner.