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Kalifornien: Waldbrände werden Milliarden kosten

– Die heftigen Waldbrände in Kalifornien haben Zehntausende Hektar Land, Unternehmen und Privatbesitz zerstört.
– Schon jetzt ist deshalb klar: Die Katastrophe wird auch die Versicherungen schwer belasten, die für entstandene Schäden einspringen müssen.
– Verschiedene Schätzungen gehen von bis zu vier Milliarden Dollar Schadenssumme aus.

Tausende Wohngebäude zerstört, Tausende Hektar Land vernichtet – die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien nehmen verheerende Ausmaße an. Neben Villen von Prominenten wie Thomas Gottschalk, Miley Cyrus und Gerard Butler sind auch viele Wohnungen von weniger wohlhabenden Privatleuten betroffen. Bürogebäude, Gewerbeflächen und Industriebetriebe sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Allein das Feuer, das im Norden des US-Bundesstaats wütet und inzwischen 44 Menschenleben gefordert hat, zerstörte bislang rund 45 000 Hektar Land, 6 500 Privathäuser und mehrere hundert Industrie- und Gewerbebetriebe. Im Raum Los Angeles vernichtete das Feuer 34 000 Hektar Land.

Nur langsam kommen die Feuerwehrleute gegen die Flammen an. Eines ist deshalb bereits jetzt klar: Die Katastrophe wird für die Versicherungswirtschaft sehr teuer werden. Versicherer und Rückversicherer werden angesichts dieses Ausmaßes an Zerstörung Milliardenbeträge an die Betroffenen auszahlen müssen, erwarten Experten. Während der Versicherungsmakler Aon in einer frühen Schätzung von „hohen Milliardenschäden“ ausgeht, macht es die Bank Morgan Stanley etwas konkreter. Ihre Analysten erwarten allein für das Camp Fire Schäden in Höhe von vier Milliarden Dollar.

Neben Wohngebäudeversicherern werden vor allem Hausrat- und Kfz-Versicherer zahlen müssen. Nach Angaben der Analysefirma Keefe, Bruyette & Woods ist der Anbieter State Farm am heftigsten betroffen, er versichert in Kalifornien 11,7 Prozent der Wohngebäude. Auch Farmers Insurance, Liberty Mutual und Allstate haben hier bedeutende Marktanteil. Im wohlhabenden Gebiet Malibu könnten die Schäden höher ausfallen. Dann müssten Chubb und AIG besonders häufig zahlen.

Die Milliardenbelastung müssen diese Gesellschaften jedoch nicht allein schultern. In der Regel haben Erstversicherer wie AIG und Chubb (oder in Deutschland Allianz oder Axa) für solche Großschäden Verträge bei Rückversicherern abgeschlossen. Munich Re aus Deutschland oder Swiss Re decken weltweit solche Risiken und verteilen damit die Belastung global. Sie sollen sie vor besonders teuren Schäden schützen, wie sie nach Naturkatastrophen entstehen. Nach Einschätzungen des Branchendienstes Artemis könnte vor allem bei AIG die Rückversicherung greifen, da der Versicherer bereits 2017 viel Geld für Schäden aus Waldbränden in Kalifornien zahlen musste.