TV: Kostenpflichtige Privatsender für Antennenkunden nützen übrigen Anbietern

Berlin (dpa) - Zahlreiche aktuelle Nutzer des terrestrischen Fernsehsignals DVB-T2 HD könnten einer Umfrage zufolge abspringen, wenn der Empfang privater Sender ab Juli kostenpflichtig wird. Über 14 Prozent hätten sich bereits für einen Wechsel auf andere Empfangswege entschieden, ergab eine Befragung von 2000 Haushalten in Deutschland, die der Branchenverband gfu am Montag veröffentlichte. 35,1 Prozent der Befragten seien unschlüssig, ob sie wechseln werden oder nicht.

Laut der Umfrage wollen 7,8 Prozent der Befragten zum Kabelfernsehen wechseln, 3,9 Prozent zum Satellitenfernsehen und 2,6 Prozent zum TV über das Internet. Rund jeder Zweite wolle dabeibleiben. Die Zahlen zeigten, dass die Zuschauer durchaus bereit seien, für bessere Bildqualität einen Mehrpreis zu akzeptieren, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. 

Mit dem neuen Standard lassen sich erstmals Hunderte Sender auch in sehr hoher Auflösung (Ultra-HD) per Antenne empfangen. Die Privatsender verlangen jedoch ab Juli eine Gebühr von 69 Euro im Jahr. Der Plattformbetreiber FreenetTV, der auch Settop-Boxen für den Empfang des digitalen Signals vertreibt, übernimmt die Abrechnung und Freischaltung. Insgesamt gibt es in Deutschland 3,4 Millionen Haushalte, die das TV-Signal terrestrisch empfangen, mehr als die Hälfte jedoch an ihrem Zweit- oder Drittgerät. FreenetTV erwartet, dass bis Jahresende mehr als 800 000 Kunden sich die künftig kostenpflichtigen Privatsender freischalten lassen werden.

(Bild: Rudolpho Duba/pixelio.de)



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