Banken: Peta und Greenpeace auf der Problemkunden-Liste?

Banken dürfen keine Geschäfte mit Terroristen oder Geldwäschern machen. Für Informationen nutzen sie Datenbanken wie World-Check. Doch die soll auch Unbescholtene als mögliche Risikokunden führen.

Berlin (dpa) - In der World-Check-Datenbank, mit der sich Banken weltweit gegen Geschäfte mit potenziell gefährlichen Kunden schützen, sollen auch viele unschuldige Menschen und Organisationen aufgelistet sein. Das hat eine Recherche von «Süddeutscher Zeitung» und NDR gemeinsam mit weiteren internationalen Medien ergeben. Die Journalisten hatten demnach Einblick in einen World-Check-Datensatz mit mehr als zwei Millionen Profilen aus dem Jahr 2014, auf den der amerikanische Sicherheitsexperte Chris Vickery vergangenes Jahr auf einem Internet-Server gestoßen war.

Die Daten offenbarten, dass viele der Aufgelisteten dort zu Unrecht stünden, berichten «Süddeutsche» und NDR. Profile seien teilweise fehlerhaft oder nicht auf dem neuesten Stand. Es seien Menschen und Organisationen dabei, gegen die ergebnislos ermittelt wurde oder die umstritten und unbequem sind, aber nicht kriminell. Als Beispiele wurden die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die Tierschutzorganisation Peta, die Umweltschutzorganisation Greenpeace oder Oppositionspolitiker etwa aus Sri Lanka und Eritrea genannt.

Personen und Organisation mit einem Eintrag bei World-Check müssen mit erheblichen Schwierigkeiten bei Bankgeschäften rechnen. Spendenfinanzierten Organisationen drohen Nachteile beim Einwerben der Mittel.

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TV: Kostenpflichtige Privatsender für Antennenkunden nützen übrigen Anbietern

Berlin (dpa) - Zahlreiche aktuelle Nutzer des terrestrischen Fernsehsignals DVB-T2 HD könnten einer Umfrage zufolge abspringen, wenn der Empfang privater Sender ab Juli kostenpflichtig wird. Über 14 Prozent hätten sich bereits für einen Wechsel auf andere Empfangswege entschieden, ergab eine Befragung von 2000 Haushalten in Deutschland, die der Branchenverband gfu am Montag veröffentlichte. 35,1 Prozent der Befragten seien unschlüssig, ob sie wechseln werden oder nicht.

Laut der Umfrage wollen 7,8 Prozent der Befragten zum Kabelfernsehen wechseln, 3,9 Prozent zum Satellitenfernsehen und 2,6 Prozent zum TV über das Internet. Rund jeder Zweite wolle dabeibleiben. Die Zahlen zeigten, dass die Zuschauer durchaus bereit seien, für bessere Bildqualität einen Mehrpreis zu akzeptieren, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. 

Mit dem neuen Standard lassen sich erstmals Hunderte Sender auch in sehr hoher Auflösung (Ultra-HD) per Antenne empfangen. Die Privatsender verlangen jedoch ab Juli eine Gebühr von 69 Euro im Jahr. Der Plattformbetreiber FreenetTV, der auch Settop-Boxen für den Empfang des digitalen Signals vertreibt, übernimmt die Abrechnung und Freischaltung. Insgesamt gibt es in Deutschland 3,4 Millionen Haushalte, die das TV-Signal terrestrisch empfangen, mehr als die Hälfte jedoch an ihrem Zweit- oder Drittgerät. FreenetTV erwartet, dass bis Jahresende mehr als 800 000 Kunden sich die künftig kostenpflichtigen Privatsender freischalten lassen werden.

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Abschied von "Birne": Wie Helmut Kohl eine Generation prägte

Von Caroline Bock, dpa

Was passierte abseits der Weltpolitik in den 16 Jahren, in denen der Mann aus der Pfalz regierte? Ein Rückblick auf das Lebensgefühl der Ära Kohl.

Berlin (dpa) - Die Briten hatten Margaret Thatcher, die Deutschen Helmut Kohl. Eine ganze Generation ist zwischen 1982 und 1998 mit ihm aufgewachsen. In den 80er Jahren diskutierten deutsche Familien am Abendbrottisch über das Wettrüsten und Atomkraft, in den 90er Jahren über Ossis, Wessis und die Wiedervereinigung. Wenn man den Fernseher anschaltete, war einer immer da: Helmut Kohl.

Als Kohl noch nicht der «Kanzler der Einheit» war, hatte er wegen seiner Körperform den Spitznamen «Birne», besonders gepflegt vom Satire-Magazin «Titanic». Das nahm ihn immer wieder auf den Titel: «Birne muß Kanzler bleiben» oder «Wiedervereinigung ungültig - Kohl war gedopt».

Zu Kanzlerzeiten trug Kohl noch Brille und jene Strickjacke, die heute im Haus der Geschichte in Bonn aufbewahrt wird. Der gemütliche Pfälzer mit Vorliebe für Saumagen, das war das Klischee. Was für ein Temperament der CDU-Mann hatte, sahen viele erst, als er einmal in Halle auf einen Eierwerfer zustürmte.

Als cool galt Kohl bei den meisten jungen Deutschen in den 80er Jahren nicht. Wer bei der Jungen Union aktiv war, führte eher ein Randgruppen-Dasein: Das waren die Jungs mit Scheitel und Aktenkoffer mit Zahlenschloss. Später sang die Junge Union bei ihren Parteitagen: «Und wir haben ein Idol: Helmut Koooohl.»

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Google: Mit künstlicher Intelligenz gegen den Terror

Internet-Konzerne wie Google, Facebook und Twitter stehen unter Druck, mehr gegen die Verbreitung von Terror-Propaganda im Netz zu unternehmen. Google kündigte nun eine Initiative an, die auf künstliche Intelligenz und menschliche Expertise setzt.

Mountain View/London (dpa) - Unter wachsendem Druck aus der Politik wollen Internet-Konzerne verstärkt künstliche Intelligenz im Kampf gegen terroristische Inhalte einsetzen. Nach Facebook kündigte dies am Wochenende auch Google an. Der Internet-Konzern werde dafür mehr Entwickler abstellen und seine modernste Technologie bei selbstlernenden Maschinen nutzen, erklärte Google-Chefjurist Kent Walker am Sonntag.

Damit sollen unter anderem bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufgespürt werden. Auch die Zahl der Experten, die über als verdächtig markierte Videos entscheiden, werde stark erhöht, schrieb Walker in einem Beitrag in der Londoner Zeitung «Financial Times». Google setzt dabei auf «Trusted Flagger», das sind Einzelpersonen oder Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstößige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein. In Deutschland gehören jugendschutz.net, das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet, sowie der Verein FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) zu den «Trusted Flaggern».

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Deutsche sparen viel – aber falsch

Frankfurt/New York (dpa) - Die Deutschen sparen wie die Weltmeister - aber ihr Vermögen wächst einer Studie zufolge im weltweiten Vergleich nur unterdurchschnittlich. Mit 3,7 Prozent lag der Zugewinn der privaten Finanzvermögen in Deutschland 2016 sowohl unter dem Vorjahresniveau (plus 4,2 Prozent) als auch unter der globalen Zuwachsrate des vergangenen Jahres (plus 5,3 Prozent).

Nach der am Dienstag in New York vorgestellten Studie («Global Wealth 2017») des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) liegen die Deutschen mit 6,3 Billionen US-Dollar (5,6 Billionen Euro) privatem Gesamtvermögen global auf Platz fünf. Berücksichtigt werden dabei Bargeld, Aktien, Wertpapiere und Fonds - nicht jedoch Immobilien.

Unangefochtener Spitzenreiter beim privaten Finanzvermögen sind dieser Auflistung zufolge nach wie vor die USA (50,7 Billionen Dollar), vor China (18,9 Billionen Dollar), Japan (14,5 Billionen Dollar) und Großbritannien (8,8 Billionen Dollar). Weltweit lagerten demnach im vergangenen Jahr insgesamt 166,5 Billionen Dollar in Depots und auf Konten. Pro-Kopf-Zahlen nennt die Studie nicht.

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