Opel: GM und PSA über grundsätzlichen Fahrplan einig

Mitte Februar gaben PSA und General Motors bekannt, einen möglichen Verkauf von Opel an die Franzosen auszuloten. Knapp drei Wochen später scheint der Deal bereits weit fortgeschritten zu sein. Am Montag wollen PSA und GM die Öffentlichkeit informieren.

Paris/Rüsselsheim (dpa) - Der französische Autokonzern PSA steht kurz vor einer grundsätzlichen Einigung mit General Motors zur Übernahme des traditionsreichen Autobauers Opel. PSA sowie der Opel-Mutterkonzern General Motors kündigten für Montag eine Pressekonferenz an, wie der französische Hersteller mit den Marken Peugeot und Citroën am Samstag mitteilte. Es wird erwartet, dass beide Seiten eine Absichtserklärung mit Eckpunkten über den Verkauf von Opel an PSA vereinbaren.

Laut übereinstimmenden Medienberichten hatte der Aufsichtsrat des PSA-Konzerns am Freitag grünes Licht für das Geschäft gegeben. Eine offizielle Bestätigung von PSA gab es dafür aber nicht. Die Pressekonferenz am Montag ist für 9.15 Uhr in der Pariser PSA-Zentrale angesetzt. Konkret könnten PSA und General Motors (GM) ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnen, eine Absichtserklärung über einen Verkauf von Opel an den französischen Konzern.

Nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung «Les Echos» soll der Kaufpreis für Opel zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro liegen. Milliardenschwere Pensionsverpflichtungen verbleiben laut Bericht zu großen Teilen bei General Motors. Auch bei Modelllizenzen habe es eine Einigung gegeben. So dürfe PSA das Elektroauto Opel Ampera, das technologisch auf dem Chevrolet Bolt basiert, weiterhin verkaufen.

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DSW: Nur 15 Prozent der Deutschen kaufen Aktien

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Große Notenbanken halten Anleger mit ihrer Geldflut bei Laune. Für Turbulenzen an den Börsen sorgt immer wieder die Politik. Das dürfte im kommenden Jahr so weitergehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Brexit-Votum, Trump-Sieg und Regierungskrise in Italien: Vor allem die Politik hat Anleger in diesem Jahr in Atem gehalten. Hinzu kamen Sorgen um die globale Konjunktur. Zum Jahresende legte der Dax dennoch einen kräftigen Spurt auf gut 11 481 Punkte hin. Der deutsche Leitindex schaffte damit auf Jahressicht ein Plus von rund 6,9 Prozent. Hält die zuletzt zuversichtliche Stimmung der Anleger trotz aller politischer Stolperfallen auch 2017 an?

Schocks rund um den Globus lösten Anfang des Jahres maue Konjunkturdaten aus China und der Ölpreisverfall aus. Die Angst um die Weltwirtschaft ließen Dax und Co. einbrechen. Bis auf 8752,87 Punkte rauschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Februar nach unten. Im Juni vernichtete der Kurssturz nach dem unerwarteten Nein der Briten zur Europäischen Union an einem Tag Milliarden an den Börsen rund um den Globus. Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte dagegen nur kurz für einen Kursknick.

Angetrieben werden die weltweiten Aktienkurse vor allem von der Geldschwemme großer Notenbanken. Zwar zog die US-Notenbank die gelpolitischen Zügel in diesem Jahr weiter an. Sie hob den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte an und signalisierte weitere Schritte.

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Börse: Derzeit sind Anleger mit starken Nerven gefragt

Von Friederike Marx, dpa

Die Sorge ist zurück an den Börsen. Das Votum der Briten für einen Brexit verhagelt Investoren die Bilanz des ersten Halbjahrs. Worauf müssen sich Anleger in den kommenden Monaten einstellen?

Frankfurt/Main (dpa) - Der Schock sitzt tief: Milliarden werden nach dem Brexit-Votum an einem Tag an den Börsen vernichtet. Anlegern verdirbt der Crash die Bilanz des ersten Halbjahres. Die Hoffnung, dass sich die Stimmung an den Aktienmärkten bald beruhigt, ist gering. Noch ist völlig unklar, wie die Scheidung Großbritanniens von der Europäischen Union über die Bühne gehen könnte. Und Unsicherheit ist Gift für die Börsen.

«Sollten sich keine selbstverstärkenden Kettenreaktionen ergeben, wird es einige Wochen dauern, bis sich die Märkte an die neuen Umstände angepasst haben und sich wieder beruhigen», sagt Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater voraus.

Fünf Billionen Dollar vernichtete das Brexit-Votum rein rechnerisch der DZ Bank zufolge am vergangenen Freitag an den Aktienmärkten rund um den Globus, allein beim Dax waren es 95 Milliarden Euro. Experten der DZ Bank und der Helaba schließen nicht aus, dass das wichtigste deutsche Börsenbarometer kurzfristig auf bis zu 8000 Punkte absacken könnte.

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Ölpreis: Aufwärtstrend könnte angesichts schrumpfender Reserven von Dauer sein

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Der Ölpreis steigt und steigt derzeit - und viele Gründe sprechen dafür, dass dieser Trend andauert. Oder folgt dem Hoch doch schon bald wieder ein Tief?

Frankfurt/Main (dpa) - Billiges Öl bedeutet für die deutschen Verbraucher vor allem eines: Sie sparen beim Tanken und müssen weniger fürs Heizen zahlen. Seit fast zwei Jahren haben sich die Verbraucher an diesen Komfort gewöhnt. Von Mitte 2014 bis Anfang 2016 waren die Ölpreise von über 100 auf etwa 30 Dollar je Barrel (159 Liter) eingebrochen. Doch seither hat sich der Wind gedreht. Am Donnerstag übersprang der Preis für die Nordseesorte Brent sogar erstmals seit einem halben Jahr wieder die Marke von 50 US-Dollar. Ist die Kehrtwende am Ölmarkt endgültig erreicht? Einiges spricht dafür - auch wenn es am Freitag zunächst in Richtung 49 Dollar nach unten ging.

Der Hauptgrund für den Preisanstieg der jüngsten Zeit ist in den USA zu suchen, denn hier sinkt die Fördermenge. Ende April erreichte sie sogar den tiefsten Stand seit Herbst 2014. Der Grund für den Rückgang: Ein großer Teil der US-Produktion wird mit Fracking gewonnen. Diese Fördertechnik, bei der chemische Flüssigkeiten in tief liegende Gesteinsschichten gepresst werden, ist nicht nur wegen möglicher Folgen für Mensch und Umwelt umstritten, sie ist auch relativ teuer. Die Fracker leiden daher besonders stark unter den niedrigen Preisen und müssen ihre Produktion teilweise auf Eis legen.

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Schwellenländer wenden sich von Dollar als Leitwährung ab

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Den Wert der eigenen Währung an den US-Dollar binden: So einfach war Geldpolitik für viele Schwellenländer über Jahrzehnte. Doch damit ist es vorbei. Zu groß ist der Druck des Marktes und Spekulanten machen alles noch schlimmer. Immer mehr Länder ziehen die Notbremse.

Frankfurt/Main (dpa) - Seit Jahrzehnten koppeln viele Schwellenländer ihre heimischen Währungen an den US-Dollar. Doch inzwischen springen immer mehr von ihnen ab, weil die starke US-Währung sie zunehmend unter Druck setzt. Diese Woche hat Ägypten die Notbremse gezogen und seine Währung massiv abgewertet. An den Finanzmärkten wird schon über die nächsten Kandidaten spekuliert. Wichtige Ölexportländer stehen besonders im Visier. Das wichtigste Schwellenland China verspricht unterdessen, den Wert der eigenen Währung zu verteidigen.

Die Notenbank in Kairo hingegen will nicht mehr mit dem starken US-Dollar mithalten und ließ das ägyptische Pfund drastisch abwerten. In kürzester Zeit büßte die Währung zum Dollar etwa 13 Prozent an Wert ein. Zudem kündigte die Notenbank an, den Wechselkurs künftig flexibler zu handhaben. «Unsere Entscheidung wird Ägypten in die Länder mit hocheffektiven und transparenten Wechselkurssystemen einreihen», begründeten die Experten den Schritt. Die Orientierung am Dollar - ein Modell von gestern?

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Goldpreis setzt zu neuem Höhenflug an

London/Frankfurt (dpa) - Der Goldpreis hat seine Erholung der vergangenen Wochen fortgesetzt und am Freitag den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Im Vormittagshandel sprang der Preis für das Edelmetall erneut deutlich nach oben. Die Feinunze (etwa 31 Gramm) kostete an der Börse in London in der Spitze 1274,91 US-Dollar. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im Februar 2015.

Seit dem Jahresbeginn konnte der Goldpreis um 19 Prozent zulegen. Zuletzt habe er Auftrieb durch die Kursschwäche des US-Dollar erhalten, der im Handel mit dem Euro auf ein Wochentief gefallen war, erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank. Gold wird in Dollar gehandelt - ein Wertverlust der US-Währung macht das Edelmetall außerhalb des Dollarraums günstiger und stärkt so die Nachfrage.

Zudem spielt die Geldpolitik der Notenbanken eine Rolle. «Die Rally bei Aktien geht im Wesentlichen auf die Erwartung noch extremerer geldpolitischer Lockerungen zurück. Da überrascht es nicht, dass auch Gold in einem solchen Umfeld zunehmend gefragt ist», sagte Jordan Eliseo vom Handelsunternehmen Australian Bullion in Sydney.

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