Apple bricht mit eherner Strategievorgabe durch Steve Jobs

Von Andrej Sokolow und Christoph Dernbach, dpa

In der aktuellen Apple-Bilanz zeigen die Pfeile beim iPhone, dem Geschäft in China und bei den Macs derzeit steil nach unten. Konzernchef Tim Cook verspricht jedoch ein Comeback und will zugleich mit neuen Diensten punkten. Das dürfte kein leichter Job werden.

Cupertino (dpa) - Eine eiserne Regel von Apple ist, nie über noch nicht fertige Geräte oder Dienste zu sprechen. Doch nach dem zweiten deutlichen Geschäftsrückgang in Folge weichte Konzernchef Tim Cook diese Regel deutlich auf. Cook machte klar, dass Apple große Pläne für das Fernsehgeschäft hat. Das heutige Business mit der kleinen schwarzen Fernsehbox Apple TV sei erst der Anfang, erklärte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. «Wir haben eine Basis geschaffen, auf der wir etwas Größeres aufbauen können.» Mit den neuen Aktivitäten will Cook verhindern, dass Apple in einem Abwärtsstrudel versinkt, wenn das Geschäft mit dem iPhone weiter schrumpft.

Kurz zuvor wurde bekannt, dass Apple sich die Rechte für eine neue Video-Serie gesichert hatte, die auf den populären «Carpool Karaoke»-Fragmenten aus der «Late Late Show» basiert. Darin fahren Prominente mit Gastgeber James Corden in einem Auto durch die Gegend und singen und reden dabei. Zuletzt sorgte Präsidentin-Gattin Michelle Obama für Furore, zuvor wurde die Fahrt mit Adele allein bei YouTube rund 120 Millionen Mal angesehen. Während die Clips aus der Late-Show erhalten bleiben, wird die neue Sendung exklusiv beim Abo-Dienst Apple Music zu sehen sein.

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Energiewende wird auch 2016 Abhängigkeit von ausländischem Gas steigern

Von Jan-Henrik Petermann, dpa

Ohne genügend Erdgas zu vertretbaren Preisen können Verbraucher und Industrie ihren Wärme- und Strombedarf nicht decken. 2015 lief die deutsche Versorgung weitgehend problemlos. Im neuen Jahr gibt es jedoch etliche ungelöste Fragen mit viel Konfliktpotenzial.

Berlin (dpa) - Eine stabile Gasversorgung ist für die deutschen Haushalte und Unternehmen auch 2016 unverzichtbar - die politische Großwetterlage und die Energiewende bergen aber weiter hohe Risiken.

Weil die heimische Förderung zurückgeht, ist die Bundesrepublik immer stärker auf Erdgas-Einfuhren angewiesen. Laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sank die deutsche Produktion in den vergangenen fünf Jahren um 32 Prozent. «Damit wächst die Abhängigkeit von Importen, insbesondere aus der Russischen Föderation, aber auch aus dem Nahen Osten und Afrika», betonen die Experten. Der Widerstand gegen die umstrittene Fracking-Technik dürfte ebenso dazu beitragen.

Die Gasspeicher - eine Art flächendeckendes Sicherheitsnetz - waren Ende Dezember in Deutschland zu 75 Prozent gut gefüllt. Aus Sicht von Eon sind kalte Wohnzimmer oder unterbrochene Fabrikschichten keine Gefahr: «In den vergangenen Jahren haben die Speicher auch bei kalten Perioden ihre hohe Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.» Doch parallel steigt die Erdgas-Nachfrage, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge 2015 um 5 Prozent gegenüber 2014.

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Experten warnen: Kreuzzug gegen Kohlekraftwerke aussichtslos

Von Rolf Schraa, dpa

Kohlekraftwerke sind heftig umstritten. Umweltschützer wollen sie innerhalb von 15 Jahren abschalten. Ein Branchenkenner meint: Das geht schon aus technischen Gründen nicht.

Hamburg/Essen (dpa) - Deutschland benötigt nach Einschätzung des Industrie-Experten Franz-Josef Wodopia trotz aller Klimabedenken noch viele Jahre lang Kohlekraftwerke für die Stromversorgung. «Wir brauchen sie mindestens bis 2050», sagte der Geschäftsführer des Vereins der Kohlenimporteure, dem große Kraftwerksbetreiber wie RWE, Uniper, Steag und EnBW angehören. «Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, ob ein Durchbruch bei der massenhaften Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien gelingt.»

2015 lag der Steinkohle-Anteil an der deutschen Stromerzeugung nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums bei 18,2 Prozent. Steinkohle und Braunkohle zusammen stehen für gut 42 Prozent.

Erneuerbare Energien legen zwar zu und decken inzwischen rund ein Drittel des Strombedarfs ab. Für die starken Schwankungen der Wind- und Sonnenenergie gibt es angesichts des derzeitigen Mangels an bezahlbaren Massenspeichern laut Wodopia aber nach wie vor keine Lösung. Die Kohlekraftwerke seien deshalb für die Versorgungssicherheit unerlässlich.

Neben der besonders umstrittenen Braunkohle sind auch Steinkohle-Kraftwerke in jüngster Zeit verstärkt in die Kritik geraten. Die Berliner Stiftung Agora Energiewende schlug vor kurzem einen Ausstieg aus der Steinkohle bis spätestens 2040 vor, der BUND plädiert aus Klimaschutzgründen für ein Ende der Steinkohle-Verstromung innerhalb von 15 Jahren. Agora Energiewende argumentiert, dass ein 25-jähriger Übergangszeitraum der Energiebranche ausreichend Zeit für den Umbau ihrer Strukturen lasse.

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Europa drückt Unternehmen neue Datenschutzstandards auf

Brüssel (dpa) - Europa gibt sich nach jahrelangen Debatten neue Spielregeln beim Datenschutz in der digitalen Welt. Wichtigstes Ziel ist es, den Nutzern mehr Macht gegenüber Google, Facebook & Co zu geben. Die neuen Regeln sollen von Anfang 2018 an gelten.

Welches Ziel haben die neuen Datenschutzregeln?

Allen Bürgern in der EU gleiche Mindeststandards beim Datenschutz zu bieten. Die bisherigen Regeln stammen aus dem Jahr 1995 - und jedes Land hat sie anders umgesetzt. Dadurch ist ein Flickenteppich von Vorschriften entstanden. Unternehmen haben dies auf Kosten der Verbraucher ausgenutzt und sich den Standort mit dem niedrigsten Datenschutzniveau ausgesucht - so hat Facebook seinen Europasitz in Irland. Zudem soll die Reform neue Entwicklungen berücksichtigen wie die massenhafte Auswertung von «Big Data», also großer Datenmengen, oder die Informationsverarbeitung in gigantischen Rechenzentren («Cloud Computing») - beides gab es damals noch nicht.

Was ändert sich für Nutzer von Online-Netzwerken wie Facebook?

Persönliche Daten wie Adresse, Bankverbindung, aber auch Freundeslisten, Kontakte und Fotos sind künftig besser geschützt. Nutzer müssen eindeutig zustimmen, dass sie mit der Verarbeitung ihrer Daten einverstanden sind - oder dass sie diese ablehnen. Verbraucher werden «Herr über ihre persönlichen Daten», wie EU-Justizkommissarin Vera Jourova sagt. Datenschützer hatten in diesem Punkt allerdings noch strengere Vorgaben gefordert.

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Klimaangst als Marketinginstrument für Versicherer in Entwicklungsländern

Klimawandel und Naturkatastrophen bedrohen oft die Ärmsten der Welt. Die Versicherer arbeiten deshalb an Klimawandel-Versicherungen. Angesichts von Milliarden Unversicherten ein lukratives Geschäft.

Kuala Lumpur (dpa) - Entwicklungsländer sind besonders verwundbar für Naturkatastrophen - und zugleich kann sich dort kaum jemand Versicherungsschutz leisten. Große Versicherer arbeiten deshalb schon seit Jahren an Klimaversicherungen und anderen Lösungen, um beispielsweise Bauern vor den oft existenzbedrohenden Folgen schwerer Unwetter und anderer Naturgefahren zu schützen. Für die Branche selbst ist das durchaus ein interessantes Geschäft, wie Ivo Menzinger vom Rückversicherer Swiss Re der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Kuala Lumpur sagte.

Rund vier Milliarden Menschen weltweit haben nach Schätzungen der Swiss Re keinerlei Versicherungsschutz. Das Unternehmen experimentiere deshalb mit bezahlbaren Mikroversicherungen und Klimaversicherungen für Staaten, sagte Menzinger, der die Abteilung «Global Partnerships» bei dem Unternehmen leitet. Mit ein paar Dutzend Ländern und Lokalbehörden seien Verträge schon geschlossen worden.

«Viele Schäden etwa an Infrastruktur und Staatseigentum sind nicht versichert, und die Staaten müssen auch Leuten unter die Arme greifen, die es sich gar nicht leisten können, am Versicherungsmarkt teilzunehmen», sagte Menzinger. «Das heißt: zahlen müssen die Finanzminister sowieso, etwa, indem sie Schulden aufnehmen oder Budgetposten verschieben. Deshalb sagen wir: statt hinterher nachzudenken, wie das Loch zu stopfen ist, spricht viel dafür, einen Teil der Kosten durch Versicherungen vorzufinanzieren.»

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Paternalistische Offensive gegen E-Shishas

Von Anja Semmelroch, dpa

Jeder Vierte zwischen 16 und 19 hat schon mal zur E-Zigarette gegriffen. Die Bundesregierung will jetzt den Verkauf der gesundheitsschädlichen Produkte an Jugendliche verbieten. Experten geht das noch nicht weit genug.

Berlin (dpa) - Die Zigarette von heute ist bunt und schmeckt nach Obst oder Schokolade: Experten sehen mit Sorge, dass immer mehr Jugendliche bedenkenlos zur E-Shisha greifen. Nun wird die Bundesregierung aktiv. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten:

E-Zigaretten und E-Shishas - was ist das überhaupt?

Elektrische Zigaretten enthalten keinen Tabak, meistens aber Nikotin. Sie bestehen aus Mundstück, Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche mit einer Flüssigkeit („Liquid“). Beim Ziehen am Mundstück wird das Liquid vernebelt und inhaliert - deshalb spricht man auch nicht von rauchen, sondern von „dampfen“. E-Shishas sind erst seit etwa eineinhalb Jahren auf dem deutschen Markt und eine Variante der E-Zigarette. Sie heißen so, weil das Mundstück dem einer Wasserpfeife ähnelt. Oft sehen E-Shishas aus wie bunte Stifte, und die Liquids schmecken nach Mango, Apfel oder Zuckerwatte, deswegen sprechen sie vor allem Kinder und Jugendliche an.

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