Fair Trade: Wuppertaler Unternehmen will Marktnische ausfüllen

Von Ulrike Hofsähs, dpa

Die früheren Kolonialwaren sind heute die Klassiker des fairen Handels: Kaffee und Kakao. Das Handelshaus Gepa kauft bei Kleinbauern in den Ländern des Südens. Noch sind fair gehandelte Produkte aber eine Nische in deutschen Supermärkten.

Wuppertal (dpa) - Gustavo aus Mexiko meldete sich am Telefon, der Kaffeebauer wollte 25 Tonnen Kaffee aus einem Bergdorf nach Deutschland verschicken. Doch wie kommt der Kaffee aufs Schiff, und wie werden die komplizierten Exportpapiere ausgefüllt? «Wir haben eine Woche am Telefon gesprochen und Faxe geschickt», erzählt Kleber Cruz Garcia von dem Anruf, der Kaffee-Experte beim Fairhandelshaus Gepa in Wuppertal. Schon bald habe Gustavo, der Beauftragte einer kleinen Kooperative, keine Hilfe mehr gebraucht, sagt Garcia.

«Es geht eben auch darum, unsere Handelspartner aufzubauen», sagt Peter Schaumberger, einer der beiden Gepa-Geschäftsführer. Schon der Name «Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt», kurz Gepa, drückt das aus. Vor über 40 Jahren von Hilfswerken und Jugendorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche gegründet, bringt die Gepa faire Produkte aus den Ländern des Südens nach Deutschland: Reis, Honig, Tee, Schokolade, Wein, auch Kleidung, Körbe und Taschen.

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Microsoft: Spezielles Betriebssystem Windows 10 S soll Schulen erobern

Microsoft will im Bildungssektor durchstarten. Das aufwendige Einrichten und Warten von Computern an Schulen soll mit «Windows 10 S» der Vergangenheit angehören. Die Light-Variante des Betriebssystems ist auch ein Frontalangriff gegen Google.

New York (dpa) - Microsoft hat am Dienstag in New York eine neue Light-Version seines Windows-Betriebssystems speziell für den Bildungsbereich vorgestellt. Zugleich präsentierte der Softwarekonzern mit dem «Surface Laptop» ein neues Notebook aus eigener Entwicklung für den Einsatz in Schulen mit einer Akkulaufzeit von bis zu 14,5 Stunden. 

Bei Windows 10 S habe sich Microsoft von den Bedürfnissen der Lehrer und Schüler inspirieren lassen, sagte der bei Microsoft weltweit für den Bildungsbereich zuständige Manager Anthony Salcito. Die neue Version «Windows 10 S» sei an das schulische Umfeld angepasst. Dort sei kein reichhaltiger Funktionsumfang erforderlich, sondern die Geräte müssten flexibel einsatzfähig und leicht zu verwalten sein, sagte Salcito. 

Mit Hilfe einer Set-Up-Anwendung sollen IT-Administratoren an den Schulen PCs zum Beispiel in weniger als 30 Sekunden einrichten können. Alle Anwendungen für Windows 10 S wie ein vollwertiges Office 365 stehen ähnlich wie bei Googles Chromebook im App Store von Windows zur Verfügung. Auch vielgenutzte Programme anderer Hersteller aus allen wichtigen Anwendungsbereichen sollen zur Verfügung stehen.

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IWF zittert vor Trump und will durch Welthandel Afrika aufbauen

Von Michael Donhauser, dpa

Handel bedeutet Wachstum, und Wachstum bedeutet ein besseres Leben - auch für die Hungernden in Afrika: Der IWF glaubt weiterhin an den weltweiten Nutzen von Globalisierung - und hat Angst vor den Protektionisten im Schlepptau von Donald Trump.

Washington (dpa) - Die Bilder sind schwer zu ertragen: Hungernde Kinder, klagende Mütter - und kaum Aussicht auf Besserung. Im Südsudan, Jemen, Teilen von Kenia und Nigeria droht vor allem Kinder der Hungertod, weil eine Dürre die Ernten vernichtet hat und Nachschub nicht schnell genug die Menschen erreicht.

Das Thema beschäftigt auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Ursache für die humanitäre Katastrophe ist eine Mixtur aus wirtschaftlichen und politischen Problemen. Und letztere sind in den Entwicklungsländern nicht nur selbst gemacht. Der IWF zeigt mit dem Finger auch auf Donald Trump, den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich zu einer Abschottungspolitik bekennt.

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Exportüberschuss: IWF fordert mehr Staatsdirigismus

Waren «Made in Germany» sind begehrt - deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss. Der Haltung von Finanzminister Schäuble gegen staatliche Eingriffe folgt der IWF nur bedingt. Überschüsse kann man auch investieren, lautet das Credo in Washington.

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die deutsche Bundesregierung streiten auf internationaler Bühne weiter über die Höhe deutscher Exportüberschüsse. «Nicht alles ist gerechtfertigt», sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag zur Eröffnung der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich dagegen nicht zu staatlichen Eingriffen in die Leistungsbilanz bereit.

«Es gibt weder vernünftige Maßnahmen, die Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss senken, noch brauchen wir aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dies zu erreichen», sagte Schäuble. Deutschland war 2016 erneut Exportweltmeister mit einem Rekordüberschuss von 252,9 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss erreichte deutlich über acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU sieht mehr als sechs Prozent als Problem für die Stabilität an.

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Reiselust: Mittelmeer bleibt voran – Fernreisen werden aber beliebter

Kiel (dpa) - Mehr Flugverbindungen und günstigere Preise treiben die Nachfrage nach Fernreisen an. Im vergangenen Jahr machten die Bundesbürger 5,3 Millionen Urlaubsreisen in Länder außerhalb Europas und des Mittelmeerraumes. Das waren 23 Prozent mehr als 2010, wie aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hervorgeht. «Immer mehr Menschen können sich den Traum von exotischen Ländern erfüllen. Es gibt mehr Flugverbindungen und Fernreisen sind erschwinglicher geworden», sagte Martin Lohmann, Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) der Deutschen Presse-Agentur. Der Marktanteil liege mittlerweile bei knapp 8 Prozent (2010: 6,5 Prozent).

Am beliebtesten war zuletzt Süd-Ostasien vor Nordamerika. Das leicht gesunkene Interesse an Zielen auf der anderen Seite des Atlantiks führte Lohmann in erster Linie auf den stärkeren Doller zurück, der Trips in die USA verteuert. Dass Urlauber aus Deutschland wegen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf Reisen in die Vereinigten Staaten verzichteten, könne er nicht feststellen.

Zwar sind Fernreisen im Vergleich zu einem Urlaub am Mittelmeer oder in Deutschland im Schnitt immer noch teurer. Allerdings sind die Ausgaben für ferne Ziele seit 2010 den Angaben zufolge langsamer gestiegen (plus 15 Prozent) als für Urlaubsreisen insgesamt (plus 20 Prozent). Der Abstand wird also kleiner.

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