Google: Mit künstlicher Intelligenz gegen den Terror

Internet-Konzerne wie Google, Facebook und Twitter stehen unter Druck, mehr gegen die Verbreitung von Terror-Propaganda im Netz zu unternehmen. Google kündigte nun eine Initiative an, die auf künstliche Intelligenz und menschliche Expertise setzt.

Mountain View/London (dpa) - Unter wachsendem Druck aus der Politik wollen Internet-Konzerne verstärkt künstliche Intelligenz im Kampf gegen terroristische Inhalte einsetzen. Nach Facebook kündigte dies am Wochenende auch Google an. Der Internet-Konzern werde dafür mehr Entwickler abstellen und seine modernste Technologie bei selbstlernenden Maschinen nutzen, erklärte Google-Chefjurist Kent Walker am Sonntag.

Damit sollen unter anderem bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufgespürt werden. Auch die Zahl der Experten, die über als verdächtig markierte Videos entscheiden, werde stark erhöht, schrieb Walker in einem Beitrag in der Londoner Zeitung «Financial Times». Google setzt dabei auf «Trusted Flagger», das sind Einzelpersonen oder Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstößige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein. In Deutschland gehören jugendschutz.net, das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet, sowie der Verein FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) zu den «Trusted Flaggern».

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Vision 2030: Wirtschaftlicher Umbau soll Saudi-Arabien bedeutungsvoll erhalten

Riad (dpa) - Mit dem wohl größten Wirtschaftsumbau der Geschichte will sich Saudi-Arabien in den nächsten Jahren unabhängiger vom Öl machen. Umgerechnet soll der staatliche Investitionsfond der «Vision 2030», über den die Ökonomie des Landes auf neue Standbeine gestellt werden soll, auf mehr als 1500 Milliarden Euro anwachsen.

Bei dem vor einem Jahr vorgestellten Projekt stehen unter anderem der Ausbau Erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Industrieproduktion und Investitionen im IT-Bereich im Mittelpunkt. Auch im Tourismus sieht die Wüstenmonarchie Potenzial für neue Einnahmequellen. Experten zufolge wäre es schon ein großer Erfolg, wenn nur ein Teil der hochgesteckten Ziele erreicht würde.

Die saudische Wirtschaft leidet nicht zuletzt unter einer ineffizienten Bürokratie und einem aufgeblähten Staatsapparat. Vor allem jungen Saudis klagen über schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Zu schaffen macht dem Königreich der niedrige Ölpreis, da das Land fast vollständig von den Einnahmen abhängig ist.

Mit der Realisierung der «Vision 2030» soll auch eine vorsichtige Öffnung der ultrakonservativen saudischen Gesellschaft verbunden sein. Zuletzt übernahm eine Reihe von Frauen, die in dem Land nicht einmal Auto fahren dürfen, Chefposten bei Banken. Auch im Unterhaltungsbereich gibt es Bewegung: Die Zahl der Konzerte nimmt zu, vor Kurzem fand in der liberaleren Hafenstadt Dschidda die erste Comicmesse in der Geschichte des Landes statt.

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Neue Seidenstraße: China will Milliarden in Infrastruktur von morgen investieren

China hat die Welt für seine Initiative einer «Neuen Seidenstraße» nach Peking eingeladen. Milliarden sollen in Straßen, Häfen und Zugstrecken investiert werden. Der Gipfel beginnt aber mit Streit.

Peking (dpa) - Kurz vor dem Gipfel für die Entwicklung einer «Neuen Seidenstraße» in Peking herrschte am Samstag noch Uneinigkeit über eine gemeinsame Erklärung zum Handel. Vertreter aus mehr als 100 Ländern, darunter rund 30 Staats- und Regierungschefs, sind zu dem Treffen am Sonntag und Montag in die chinesische Hauptstadt gereist.

Die Teilnehmer wollen über die chinesische Initiative für den Bau von Wirtschaftskorridoren entlang der antiken Handelsrouten beraten, die Asien, Afrika und Europa über Land und See besser verbinden sollen. Für die Infrastrukturpläne stellt China Zig-Milliarden US-Dollar bereit.

Unter den Teilnehmern sind Russlands Präsident Wladimir Putin und auch die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus der Türkei und Rodrigo Duterte aus den Philippinen. Ferner sind die Regierungschefs Paolo Gentiloni aus Italien oder Mariano Rajoy aus Spanien vertreten. Auch die USA und Nordkorea haben Delegationen geschickt. Aus Deutschland ist Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) angereist. Sie will ihre Gespräche auch dafür nutzen, um sich für einen «offenen und freien Handel, der dann bitte auch beidseitig ist», stark zu machen.

Die Ministerin berichtete, in den Verhandlungen über eine der Abschlusserklärungen gehe es auch um solche Themen. «Da sind wir uns auch noch nicht ganz einig.» Als Zeichen dafür, dass die chinesischen Gastgeber sehr großen Wert auf die deutsche Teilnahme an dem Treffen legen, wird Zypries am Sonntag unter anderen von Präsident Xi Jinping und am Montag von Ministerpräsident Li Keqiang empfangen. Auch sind Gespräche mit dem Handelsminister und dem Chef der mächtigen Entwicklungs- und Reformkommission geplant.

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Fair Trade: Wuppertaler Unternehmen will Marktnische ausfüllen

Von Ulrike Hofsähs, dpa

Die früheren Kolonialwaren sind heute die Klassiker des fairen Handels: Kaffee und Kakao. Das Handelshaus Gepa kauft bei Kleinbauern in den Ländern des Südens. Noch sind fair gehandelte Produkte aber eine Nische in deutschen Supermärkten.

Wuppertal (dpa) - Gustavo aus Mexiko meldete sich am Telefon, der Kaffeebauer wollte 25 Tonnen Kaffee aus einem Bergdorf nach Deutschland verschicken. Doch wie kommt der Kaffee aufs Schiff, und wie werden die komplizierten Exportpapiere ausgefüllt? «Wir haben eine Woche am Telefon gesprochen und Faxe geschickt», erzählt Kleber Cruz Garcia von dem Anruf, der Kaffee-Experte beim Fairhandelshaus Gepa in Wuppertal. Schon bald habe Gustavo, der Beauftragte einer kleinen Kooperative, keine Hilfe mehr gebraucht, sagt Garcia.

«Es geht eben auch darum, unsere Handelspartner aufzubauen», sagt Peter Schaumberger, einer der beiden Gepa-Geschäftsführer. Schon der Name «Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt», kurz Gepa, drückt das aus. Vor über 40 Jahren von Hilfswerken und Jugendorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche gegründet, bringt die Gepa faire Produkte aus den Ländern des Südens nach Deutschland: Reis, Honig, Tee, Schokolade, Wein, auch Kleidung, Körbe und Taschen.

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Solarworld: Waterloo für Staatsdiktate in der Industriepolitik

Solarworld sieht keine Chance mehr, die eigene Krise zu überleben. Nach der Ankündigung eines Insolvenzantrages sind viele Fragen offen. Für die Betroffenen wichtig: Was wird aus den noch rund 3000 Jobs?

Bonn (dpa) - Der Solartechnik-Hersteller Solarworld wird im Laufe des Donnerstags den erwarteten Insolvenzantrag stellen. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag sagte, werde der Antrag in den nächsten Stunden beim zuständigen Amtsgericht eingereicht. Solarworld hatte am Mittwochabend überraschend - aber nicht völlig unerwartet - eingeräumt, keine Zukunft für das überschuldete Unternehmen mehr zu sehen und einen Insolvenzantrag angekündigt. Für die rund 3000 Mitarbeiter beginnt nun eine Zeit der Ungewissheit.

Der Antrag ist ein neuer Tiefpunkt im bereits länger andauernden Niedergang des einstigen Vorzeigeunternehmens Solarworld. Das Unternehmen kämpft schon länger mit sinkenden Preisen für Solarmodule und einer bedrohlichen Klage in den USA. 2016 gab es tiefrote Zahlen. Unternehmenschef Frank Asbeck hatte noch Ende März angekündigt, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen. Mit «Qualität und Technologie» wolle man sich vom asiatischen Wettbewerb absetzen.

Mit dem Abbau von 400 Stellen - 300 davon in Deutschland - und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel verringert werden. Ein Sozialplan wurde an den deutschen Standorten in Arnstadt (Thüringen) und Freiberg (Sachsen) bereits verhandelt. 2016 hatte das Unternehmen unter dem Strich knapp 92 Millionen Euro Verlust ausgewiesen.

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