USA erhöhen Zölle auf Stahl und Aluminium

Präsident Donald Trump setzt sich seit Amtsantritt für höhere Stahlzölle ein. Weil Hersteller sie bisher umgangen haben sollen, ließ er sie nun ausweiten.

Die USA haben ihre Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgeweitet. Seit Samstag sind Sonderabgaben auf Produkte wie Stahlnägel, Heftklammern, Draht und Kabel in Kraft. Einige Länder sind von den neuen Abgaben ausgenommen: Bei Aluminium sind es Argentinien, Australien, Kanada und Mexiko und bei Stahl zusätzlich Brasilien und Südkorea.

Die Ausweitung der Zölle war seit Ende Januar geplant. Die US-Regierung begründete sie damit, dass Hersteller die bereits verhängten Abgaben umgangen hätten, indem sie mehr von jenen Alu- und Stahlprodukten geliefert hätten, die nicht auf der Zollliste standen. Daher müssten neue Produktgruppen in die Liste mitaufgenommen werden.

Vorerst keine Autozölle für Europa

Das Verhängen von Zöllen gehört seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump zum Kern der amerikanischen Handelspolitik. Trump bemängelt das große Handelsdefizit der USA. 2018 importierten die USA Waren im Wert von 880 Milliarden Dollar (804 Milliarden Euro) mehr, als sie exportierten. Trump sieht den Zustand als Benachteiligung der USA durch Handelspartner, die ihre Exportwirtschaften mit unfairen Methoden fördern würden. Mit Zöllen will er das Handelsdefizit senken und die heimische Produktion wieder ankurbeln.

Vor allem mit China hat Trump bisher einen Handelskonflikt geführt. Insgesamt ließ er chinesische Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar mit Zusatzzöllen belegen. Fast die Hälfte des US-Handelsdefizits entsteht aus dem Handel mit China. Nach dem Unterzeichnen eines ersten Handelsabkommens mit China hat sich die Lage zwischen den Staaten etwas verbessert.

Auch Europa drohte Trump häufig mit Zöllen, vor allem auf Autos und Fahrzeugteile. Deren Importe könnten laut US-Regierung eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen. Im November ließ Trump allerdings eine Frist für die Verhängung von Zöllen auslaufen, sein Sicherheitsberater Larry Kudlow sagte jüngst dem Finanzsender Bloomberg TV, er erwarte aktuell keine neuen Zölle auf Autos aus Europa.